0807. Wer kennt wen kennt wer?!

Gestern in einer E-Mail einer Bekannten über die neue Social-Networking-Plattform shortview.de gestolpert. Wahnsinns Idee: Ein Verzeichnis, in dem man sich mit Freunden “vernetzen”, seine Interessen, Hobbys, persönlichen Neigungen der Welt zeigen und hässliche Asci-Art-Plüschbären in Gästebüchern verbreiten kann. Ich bin ja kein Hellseher – aber soziales Netzwerken wird sicher ein Riesending! Falls jemand fragen sollte – ich taufe das Kind web 2.0. Gut, dass GMX aka Web.de aka United Internet Media da als mutiger Trendsetter fungieren. Für alle die noch schnell auf den Zug aufspringen wollen hier noch ein paar Namensideen: Facebook, LinkedIn, StudiVz, OpenBC, Xing, Wer kennt wen, Wevent… Achja: Datenschutz wird allgemein überschätzt und in persönlich auf die User zugeschnittener Werbung liegt Gold! Behaupte ich jetzt mal…

Aber mal im Ernst: Nachdem mich Wkw schon durch den offenen Umgang mit persönlichen Daten erstaunt hat (letzte Pinnwand-Einträge anderer User, XY kennt jetzt YX, usw. usf.), StudiVz mir neuerdings Werbung von Krankenversicherungen für über 50jährige anbietet und meine Facebook-Freunde zukünftig wissen, dass ich Bücher über HIV und andere Geschlechtskrankheiten gekauft habe, setzt shortview einen drauf: Teils öffentliche, teils geschlossene Profile machen ja schon Sinn – interessant ist aber, dass selbst geschlossene Profile mit Bild und Namen über Gruppen (z.B. “sucht Date”) auch ohne eigenen Login von außen einsehbar sind. Name + Info “sucht Date” + yasni.de = E-Mail von Parship. Da gerate sogar ich als tolerantes StudiVz-Mitglied ins Schmunzeln.

Und nebenbei sind sofort wieder die üblichen Verdächtigen bei shortview.de (lässt sich das eigentlich mit “Kurzsicht” übersetzen?!) registriert. “Hi [Asci-Art], bin gerade auf deiner Pinnwand vorbeigehuscht und lasse dir einen lieben Gruß da.” schreibt Bernd, 58, 500 Kontakte auf der Susis Seite. Susi: 20, ebenfalls 500 Kontakte; beide Profile öffentlich; Wert des Netzwerks: 60 Cent.

Nein Danke.

Beitrag vom 08.07.2008
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Post von Sebastian Gerhards

Sebastian arbeitet für core4 in Hannover und gehört zum Gründerteam des Clubs. Er schreibt über Online-Marketing & -Recht, Projektmanagement, Neues, Interessantes und die Perlen im Netz, die uns stolz machen ein Teil davon zu sein.

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  1. Hanta Seewald | 08072008 18:44

    Ich bin ja so gespannt auf Web 3.0.

    Wenn ich einen Kontakter einstelle sollte ich dann einen einstellen, der ein intensives Networking betreibt oder jemanden der auch arbeitet. Vielleicht resultiert ja sein Networking in Aufträgen aber nur dann wenn der Kontakter in 6 Monaten ausgebrannt ist, da er 24/7 twittert und xingt.

    Früher ist man auf schlechte Parties gegangen weil man Angst hatte etwas zu verpassen. Das selbe Gefühl plagt einem im Web 2.0. Gehen wir doch mal mit bereits gelernter Weisheit auch im internet an die Sache ran. Vielleicht landen wir dann im Web 3.0 was gar nicht mehr so webbig ist.

    Vielleicht fehlen mir aber noch Web 2.0 networking Fähigkeiten um aus xing einen Wettbewerbsvorteil zu ziehen und mit studiVZ all meine Freunde zeitsparend zu verwalten.

  2. Sebastian Gerhards | 09072008 09:31

    Die Meisterschaft besteht ja darin, virtuelle Kontakte in das echte Leben zu heben. Womit sicher einige der so-called Networker Probleme haben dürften. Denn genau da liegt die Krux: Es geht ja wie im Privatleben auch in erster Linie um Sympathien und eine Gesprächsbasis.

    Dauerhafte (Geschäfts-)Beziehungen bedürfen neben einem soliden ersten Eindruck auch guter Pflege. Der (persönliche) Erstkontakt sollte also immer im Vordergrund stehen, er allein entscheidet über die Qualität der Zusammenarbeit. Der Kontakt über Xing und Konsorten folgt danach als Unterstützung und nicht andersherum.

    Niemand kann mir erzählen, er hätte seine 500+ Kontakte im Netzwerk ‘persönlich’ unter Kontrolle.

    Wer zudem in 17 Plattformen registriert ist, hat doch nur Angst etwas zu verpassen.

    Denn hier liegt auch schon das nächste Problem und darüber handelt mein Artikel eigentlich: Ich habe meine Netzwerke nicht unbedingt nach persönlichem Geschmack ausgewählt, sondern nach dem Faktor Popularität bzw. Netzwerkqualität. Features und Look & Feel sind hier sogar ausnahmsweise Nebensache.

    Ich muss mich nicht bei shortview registrieren, weil ich Bernd und Susi nicht brauche und auch nicht kennenlernen will. Da draußen haut man ja auch nicht einfach jeden an und malt im Bärchen und Herzchen auf die Stirn.

    Vielleicht wird es web 3.0 ja gar nicht geben, weil analog 2.0 auf dem Markt ist. Ich würde es irgendwie gut finden – auch wenn ich mit web 2.0 mein Geld verdiene…

  3. Sebastian Gerhards | 08082008 13:42

    Mist! ;)

    wuv.de: Platz 3 für IVW-Neueinsteiger Wer-kennt-wen

    3,15 Milliarden PIs! Frage mich wie dort mit einer derart langsamen Seite Infrastruktur derart viele Aufrufe generiert werden können…

  4. Marvin Kerkhoff | 10082008 23:32

    Ich wäre für eine überarbeitung von Real Life 1.0 Ein Upgrade bzw. ein Patch könnte manchmal schon echt von Vorteil sein. Wir als offizielle DPI Regulierungsbehörde sollten da mal einen offiziellen Brief an die zuständigen Menschen schicken.

  5. Traffic-Schlampen in Action | 72dpiClub | 28102008 21:30

    [...] Google Analytics hat sich auf dem 72dpiClub “Wen.kennt.wer” als sogenannte Traffic-Schlampe herausgestellt. Unbeabsichtigt kommen einiger Besucher auf [...]

  6. Immer wieder freitags… | 72dpiClub | 14112008 14:39

    [...] Traffic Schlampe “Wer kennt wen kennt wer” arbeitet sich momentan auch für “Wer kennt wenn hacken” nach oben und wird hoffentlich bald chefkoch.de von Platz 1 vertreiben, wo es eigentlich nur [...]

  7. Google Books Promo im Film Twilight | 72dpiClub | 24032009 11:28

    [...] lohnenswerte Investition für Google. Allerdings habe ich da noch so meine Zweifel. Erst wenn bei wer kennt wen die ersten Links auf Gedichte bei Google Books an Pinnwände gekritzelt werden, hat Google Books [...]

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