1108. Kleine (WordPress-)Entwickler-Kunde

Wie in den letzten Tagen bei der Entwicklung unseres neues Themes herausgefunden, rockt das WordPress-Templating mal schön!

Alles was man an Details für einen Start braucht, liefern gute Themes wie das original mitgelieferte Kubrick-Default-Theme oder der wordpress.org-Codex in relativ simplen Worten. Nach dem Anfang (Verzeichnis unterhalb wp_content/themes/ anlegen und Style-Datei mit einem entsprechenden Comment-Block anlegen) bieten diverse Seiten und Blogs tiefergehende Infos. AlleDie meisten Beginnerfragen sollten im Internet mittlerweile beantwortet zu finden sein – strengt also ein wenig eure Google-Muskeln an bevor ihr auf den jeweiligen Blogs oder in den offiziellen Foren fragt.

Anhand meiner Arbeiten am Theme ist mir aufgefallen, wie sauber WordPress mittlerweile mit dem Thema Entwicklung durch die Community umgeht. Grund genug und die beste Vorlage, um sich einmal grundsätzlich Gedanken zum entwicklerischen Umgang mit Open-Source-Software zu machen.

Folgende Grundregeln gelten bei der Entwicklung (nicht nur von Themes) für WordPress (und nicht nur für WordPress):

  • Know the basics I: Hab ein Auge auf die Dokumentation.
    Verschaffe dir vorher einen Überblick über die verfügbare Dokumentation – Bei WordPress sinnigerweise genannt Codex. Wo findest du Grundsätzliche Informationen zu Templates, Plugins oder Widgets? Wo findest du Cheatsheets mit den wichtigsten Funktionen z.B. zu Template-Tags? In der späteren Entwicklung musst du schnell auf deine Ressourcen zugreifen können, um dich nicht unnötig in Problemen zu verbeißen.
  • Know the Basics II: Lerne die default-Themes zu begreifen.
    Was wird dort warum und wo gemacht. Themes wie das Kubrick-Default Template, dass jeder aktuellen WP-Installation beiliegt, zeigen anschaulich, aus welchen unterschiedlichen Elementen Themes bestehen und wie die interne PHP-Syntax funktioniert, um z.B. Posts oder Kommentare darzustellen. Immer wieder ein Auge in den Codex werfen, um z.B. zügig den Unterschied zwischen get_the_excerpt() und the_excerpt() herauszufinden.
  • core-Hacking I: Greife nicht in die core-Dateien der Software ein.
    Kannst du eine spezielle Funktion nicht finden oder liefert dir eine WP-Funktion aus dem Codex nicht, was du willst/brauchst, fange nicht an in den original Dateien von WordPress zu suchen und zu coden. Das nächste Update kommt bestimmt und deine Änderungen werden gnadenlos überschrieben. Jedesmal wieder zu aktualisieren kann je nach Umfang langwierig und schwierig werden – bedenke, dass sich deine mühsam zusammengesuchten Zeilennummer nicht unwesentlich verschieben können.
    Kleines Beispiel ist z.B. die in WordPress von Hause aus festgelegte Wortlänge der Excerpts von Posts. Die ist im core auf 55 Worte festgelegt. Wie das zu ändern ist, wurde hier diskutiert (Danke John – und nochmals entschuldigung, dass ich deine Kommentare auseinandergenommen habe…). Eine Möglichkeit, das Problem zu lösen ohne so hart einzugreifen, schlage ich in den Kommentaren vor.
    Typo3 bietet hierzu schon seit längerem sogenannte Hooks an (die gibt’s meines Wissen übrigens auch in WP) – hierbei können Klassen und Methoden der zugrundeliegenden Objektstruktur (OOP) erweitert bzw. überschrieben werden. Siehe dazu den Punkt “Know your Skills” weiter unten.
  • core-Hacking II: Oder greife so richtig, richtig in die core-Dateien ein.
    Kommst du doch einmal nicht darüber hinweg, in das Core einzugreifen gehe den offiziellen Weg und wende dich über den jeweiligen Bugtracker oder Entwicklerforen direkt an die Entwickler. WordPress kommt sehr regelmäßig mit neuen Releases raus. Lieferst du eine sichere, gängige und abwärtskompatible Lösung gleich mit kann es durchaus sein, dass sie im nächsten Release bedacht ist. So lange musst du dich gedulden.
  • Last but not least: Know your Skills!
    Wordpress eignet sich durchaus dazu, ein wenig zu spielen und während der Arbeit zu lernen.
    Sofern dein bisheriger Wissensstand nur etwas über CSS und HTML hinausgeht (so viel sollte schon sein), suche dir ein Theme, dass schon ungefähr deinen Vorstellungen entspricht, installiere es und probiere aus, inwieweit du es verändern kannst ohne dass alles kaputt geht. Innerhalb der Themes lässt sich fast alles mit CSS positionieren und formatieren.
    Brauchst du doch etwas Eigenes (weil es eben doch schöner ist, etwas zu haben, das nicht von der Stange ist) fange oben in dieser Liste an und schreibe es am Ende selbst.

In diesem Sinne viel Spaß beim Entwickeln.

Beitrag vom 11.08.2008
Abgelegt unter Software, Webdevelopment
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Post von Sebastian Gerhards

Sebastian arbeitet für core4 in Hannover und gehört zum Gründerteam des Clubs. Er schreibt über Online-Marketing & -Recht, Projektmanagement, Neues, Interessantes und die Perlen im Netz, die uns stolz machen ein Teil davon zu sein.

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  1. Hanta Seewald | 11082008 20:49

    Auf der Suche nach guter OpenSource Software geht mein Blick auch immer recht schnell auf die Dokumentation. Ohne das ist eine Weiterentwicklung oftmals ein echter K(r)ampf.

  2. Sebastian Gerhards | 13082008 11:59

    “Kennt man eine, kennt man alle” gibt es dabei leider nicht. Zumindest der Überblick über die Ressourcen sollte stimmen, bevor man auf einem testweise installierten System loshackt. Und will man der Community etwas wiedergeben und eigene Entwicklungen teilen und weitergeben, ist das regelkonforme Programmieren und Anpassen sogar Pflicht.

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