0409. Google Chrome ist kein OpenSource, aber ein Datenschnüffler

Die ganze Blogosphäre spricht von nichts anderem als dem neuen Browser Google Chrome. Nach nur 24 Stunden erreicht er einen Marktanteil von 3%. Wobei ich denke, dass es daran liegt, dass alle wie wild ausprobieren. Nachdem die heiß geliebten PlugIns vermisst werden, wird dann wieder der gute alte Firefox trotz durchschnittlich 200 MB Speicherbedarf ausgepackt.

Ich sammel hier einfach mal ein paar weitere negative Fakten, die ganz und gar nicht in das viel gepflegte “don´t be evil” Image von Google passen:

  1. Google Chrome ist nicht wirklich OpenSource:
    Der OpenSource Teil ist als Chromium veröffentlich worden. Der Rest ist laut Nutzungsbedingungen nicht veränder- oder kopierbar.
    via:
    Google Chrome ist (k)ein OpenSource vom Datenschutzblog
    Google Chrome – Es ist nicht alles Gold was glänzt von der Standart Tolleranz Maschiene
  2. Die Adressleiste funkt nach Hause
    Eingaben in der Adressleiste werden an die Google Datenzentren zur Ermittlung relevanter Vorschläge und Suchergebnisse geschickt.
    via:
    Google Browser entpuppt sich als Datenspion von moneycab
  3. Jeder Browser erhält eine eindeutige Nummer.
    Google macht gar keinen Hehl daraus, dass auch andere Daten an Google zur Verbesserung des Services gesendet werden. Gemeinsam mit einer eindeutigen Nummer, die jedem Browser zugewiesen wird. Es wird zwar beteuert, dass Datenschutzbestimmungen eingehalten und keine persönlichen Daten gesendet werden. Aber selbst wenn das stimmt, ist allein die Existenz solch einer Datenbank bedenklich
    via:
    Google Chrome – jeder Browser bekommt eine eindeutige Nummer von golem
  4. Chrome hat eine Sicherheitslücke die auf ein veraltetes WebKit zurückzuführen ist
    Der Browser basiert auf dem WebKit, welches auch dem Safari Browser als Basis dient. Das sogenannte carpet-bombing ist ein WebKit Problem, welches im Sarafi bereits seit v3.1.2 gelöst worden ist und in der neueste WebKit Version ebenfalls.
    via:
    Google vulnerable to carpet-bombing flaw von zdnet
  5. Lustig: Google weiss nicht wie groß Deutschland ist
    Im Comic welches einen Tag vor dem Browser Release zur Promotion verwendet wurde, findet sich folgendes Bild mit interessanter Deutschlandkarte. Klischees über Amis dürfen in den Kommentaren frei geäußert werden
  6. Update: GoogleUpdater.exe sendet persönliche Daten
    Bei heise.de im Forum hat jemand in den Daten, die der GoogleUpdater (wird mit Chrome installiert) über Port 80 zu Google sendet seine E-Mail Adresse wiedergefunden.
    via: Mir ist etwas unschönes aufgefallen!
  7. Update 2: Google Chrome hat KEINE Nutzungsrechte an den mit Chrome erstellten Inhalten
    In den ersten Versionen der Nutzungsbedingungen war eine Klausel enthalten die Google die Nutzungsrechte aller mit Chrome erstellten Inhalte zusichert. Matt Cutts (Google Spam First Knight) hat in seinem Blog klar gestellt, dass dies ein Fehler ist und daher rührt, das Klauseln aus anderen Nutzungsbedingungen kopiert wurden. In der neuen Version ist das richtig gestellt worden.
    via:
    Google does not want rights to things you do using Chrome von Matt Cutts

Mal schauen was draus wird. Wahrscheinlich wird die Qualität des Browser die Bedenken überstimmen.

Beitrag vom 04.09.2008
Abgelegt unter Development, Sonstiges
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Post von Hanta Seewald

Hanta ist Geschäftsführer von medialis.net und mark-up Marketing Design. Im 72dpiClub kommentiert er Entdeckungen und berichtet über das, was ihn begeistert. Seine Schwerpunkte sind Online Marketing und die Welt des Social Media (und das Schreiben über sich selbst in der dritten Person)

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  1. Sebastian Gerhards | 04092008 12:38

    Interessant! Und das in nur knapp 2 Tagen seit Launch.

    Zumindest sollte Google gewarnt sein, denn so unbemerkt “not evil” sein wie noch bis vor ein paar Jahren können sie nicht mehr. Zu groß, zu gut und zu schnell ist die Community derer, die neue Entwicklungen von Google aufs Korn nehmen. Darüber, dass dies auch durchaus eine selbstregulierende Entwicklung sein kann, schreibt aber bisher niemand.

  2. Fazit Google Chrome | 04092008 17:21

    [...] Kombination, wie man ausführlich bei elexpress.de nachlesen kann. Google Chrome ist also ein Datenschnüffler, dieser Browser telefoniert eindeutig nach Hause und sendet persönliche Daten zu Google. In den [...]

  3. Marvin | 08092008 17:55

    http://www.google.com/googlebooks/chrome/index.html#size=small&page=12

    Google hat nun versucht seinen Fehler zu verbessern. Leider ohne Erfolg. Die Schweitz ist und bleibt Deutschland ;-)

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