0510. Kinoticket + Systemgebühr = viel Geld

Als ich doch heute mit einem Freund ins Kino gehen wollte, um uns den Kinofilm “Der Baader Meinhof Komplex” anzuschauen, schlug mir eine gigantische Sanddüne ins Gesicht. Man kann wirklich nur noch behaupten Service-Wüste Deutschland.

Es gibt in der Frankfurter Region einige große Ketten wie z.B. die Cinestar-Kette. Diese bieten über das Internet eine Reservierung mit Platzwahl an. Eine schöne Idee und jahrelang auch eine echt lohnende Geschichte. Jedoch fand ich es sehr dreist als der Kinobetreiber auf seiner Seite für eine Registrierung meinerseits jetzt auch noch zusätzliche 1,98 € Systemgebühr haben wollte. Nicht das das alles gewesen wäre. Nein ein Ticketpreis für sage und schreibe 9,90 € führte zu einem Endpreis von 21,78 €.

Jetzt kommts noch dicker. Ich dachte mir ein Film mit überlänge ist teurer, weil ja der Kinoprojektor jetzt 50 Minuten länger läuft. Ich schaute also nun nach einem anderen Film z.B. Far Cry der statt 150 Minuten nur 94 Minuten lang ist.

Zu meinem Erstaunen war jetzt aber nicht nur das Kinoticket billiger (8,90 €) sondern auch die Systemgebühr (1,78 €) . Man bekommt also entweder weniger Service oder diese Systemgebühr ist nur eine wirre Idee eines Großkinobetreibers. Eine Reservierung die durch mich selbst, online, durch einen automatisierten Prozess läuft wird also billiger wenn der Kinofilm kürzer ist? Das bringt 0,00 € Sinn.

Ich meide ab sofort diese Kinokette. Wobei man sagen muss das auch andere Kinos (auch kleinere Kinos) ihre Preise saftig erhöht haben. Ich zahle z.B. in Nidderau/Heldenbergen im Luxor Filmpalast 8,50 für ein Kinoticket. Aber die Systemgebühr ist dort noch nicht vorhanden. Ich denke es ist aber nur eine Frage der Zeit bis auch andere Betreiber eine Gebühr für soetwas einrichten.

Wenn man knapp 10 Euro für eine Vorstellung bezahlt, für die man 150 Minuten mehr oder weniger gut unterhalten wird, eventuell ein Parkhausticket für 2 Euro bezahlen muss und sich Aufgrund von Verboten auch noch Knabbereien und Getränke für viel Geld zahlen muss, dann bin ich im Durchschnitt mit 15 Euro für einen Abend dabei. Dazu kommt zusätzlich noch das man mindestens 30 Minuten vorher im Kino sein muss, um sich seine für knapp 2 Euro “Service”-Gebühr erstandene Reservierung zu sichern. Das Grenzt an absolute Abzocke.

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Beitrag vom 05.10.2008
Abgelegt unter Sonstiges

Post von Marvin Kerkhoff

Marvin arbeitet als Freiberufler im Marketing in Frankfurt am Main. Er ist seit Start dieses Blogs dabei und arbeitet seit 4 Jahren mit Sebastian und Hanta zusammen. Er bezieht Stellung zu Themen wie Flash & Actionscript, Tools & Gadgets, HTML & CSS.

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  1. Christian | 05102008 20:18

    …oder man besucht das Butzbacher Kino! Hier kostet eine Eintrittskarte für den “Baader-Meinhoff-Komplex” erschwingliche 6,00 Euro. Kartenreservierungen online sind nicht möglich, dafür bekommt man bei einem Anruf echte Menschen an den Telefonhörer, die einen auf Wunsch bei der Sitzplatzwahl beraten. Dieser Service kostet nichts außer die Telefonkosten der Telekom. Und für diese Kosten ist die Telekom verantwortlich. Das Kino in Butzbach ist ein Kulturkino alter Schule, vergleichbar mit dem fast jährlich als bestes Kulturkino prämierte Traumstern in Lich, dem Herzen der (hessischen) Natur. Das Programm wechselt wöchentlich und ist abwechslungsreich. Von Blockbuster bis Prädikat “besonders wertvoll” ist alles dabei. Es gibt nur einen Nachteil, der aber zu verschmerzen ist: bei beiden Kinos sollten die reservierten Karten eine halbe Stunde früher abgeholt werden sonst könnten sie verfallen. Bei meinem letzten Besuch habe ich die Karten 10 Minuten vor Vorstellungsbeginn in Butzbach abgeholt - sie waren noch nicht verfallen. Darum lebe ich so gerne in Butzbach!

    http://www.kino-butzbach.de
    http://www.kino-traumstern.de

  2. Sebastian Gerhards | 07102008 16:13

    Also vielleicht sind das auch Frankfurter Verhältnisse: CineMaxx Hannover, gleicher Preis wie normal, keine “Systemmiete”, bis 20 Minuten vorher abholen / Mir kostenloser CineMaxx-Karte sogar bis 10 Minuten vorher. Tight-Arse-Tuesday gibt’s die Loge auch schon für 5,50 EUR.

    Teste ich heute Abend gleich mal mit Burn After Reading… ;)

  3. Thomas | 12122008 11:53

    Du kennst aber schon den Unterschied zwischen Reservierung und Online-Kauf?
    Die Reservierung ist OHNE Systemgebühr!

  4. Marvin Kerkhoff | 12122008 12:04

    Zum einen kenne ich den Unterschied und meine selbst beim Onlinekauf muss soetwas nicht sein, schließlich werden die Kinos entlasstet statt belastet. Zum anderen ist es nicht klar gekennzeichnet das die Systemgebühr nur beim Online Kauf aufgeschlagen wird. Mich würde mal intressieren was der Verbraucherschutz dazu sagt. Ein Statement der Greater Union Filmpalast GmbH darüber werden wir wahrscheinlich nie bekommen.

  5. JeWuc | 25102009 17:33

    Die Systemgebühr richtet sich nach dem Ticketpreis : 10% auf die Ticketpreise = 1,98 für Dein erstes Beispiel und ‘nur’ noch 1,78 für Dein zweites Beispiel. Soweit also nachvollziehbar.

    Die Gebühr fällt beim reinen Reservieren nicht an. Das sagt mir, dass hier wohl die Kosten für das Payment-Unternehmen, welches die Banktransaktion beim Online-Kauf vornimmt, an die Kunden durchgereicht, also ‘on-top’ belastet werden.

    Insofern zwar ärgerlich, aber keine unfaire Sache. Schließlich willst Du nicht ernsthaft behaupten, dass der Betreiber durch Online-Kauf wirklich Personal an der Kasse einspart.

  6. Harry | 28102009 17:36

    @Marvin
    Kurzer Nachtrag zur Systemgebühr. Die beträgt anscheinend immer 10 %. Daher der Unterschied bei Filmen mit Überlänge.

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