Ich sehe mich gerade vor folgender paradoxen Situation: Ich bin Besitzer eines gar fabelhaften iPhones. Tatsächlich hat Apple ja darauf verzichtet, ein paar tote Technologien noch zu unterstützen - so z.B. eine MMS Funktionalität. Postkarten schreiben ist ja sowieso die neue E-Mail.
Wie auch immer gibt es ein paar Steinzeitler da draußen, die mir hin und wieder ihre Höhlenmalereien als MMS schicken - was T-Mobile dann knallhart mit einer Benachrichtigung per SMS quittiert, ich solle doch auf www.mms.t-mobile.de gehen, mich mit meiner Rufnummer und einem Passwort einloggen und könne dann dort “komfortabel” mein Bild/Video/Sound abrufen. Gut. 8stelliges Passwort gemerkt, Safari geöffnet, URL eingetippt und … nichts (Siehe Bild).
Tatsächlich hat es T-Mobile nicht geschafft, eine Applikation, die aus drei Seiten besteht (Login, Nachrichtenübersicht, Nachricht einsehen) multibrowserfähig zu machen. Wo ist das Problem? Ich meine sicher - mangels eines Medienplayers blieben mir Videos und Audiodateien auf dem iPhone verwehrt. Aber Bilder?
Doch gut - Kernthema soll nicht sein, dass ich explizit über T-Mobile enttäuscht bin. Kernthema ist vielmehr dass dort und anderswo anscheinend immer noch Entwickler mit 2001-Denke werkeln. Freunde - seht der Wahrheit ins Gesicht:
Geht man nach Marktanteil surft heutzutage jeder dritte Besucher eurer Sites mit einem alternativen Browser. Und selbst wenn ein User eurem gutgemeinten Hinweis folgen wollte, so hätten doch etwa 5% eurer Besucher gar keine andere Wahl, als eine Internet Explorer Alternative zu wählen.
Allerdings will ich ebenso nicht mit zu starrem Blick in Richtung Kompatibilität glänzen: Innerhalb der großen Browserfamilien IE, Firefox, Opera und Safari gibt es auch Unterschiede und bestimmte Versionen, die schlicht nicht mehr unterstützt werden müssen.
Neue Technologien haben neue Anforderungen. Apple geht her und setzt als “Industriestandard” den neuen Micro Display Port weil er besser, kleiner und schöner ist und sich außerdem eine Stange Geld mit Adaptern vedienen lässt. Punkt. Entwickler haben da oft ähnliche Probleme aber eben nicht die Macht, einen neuen Industriestandard de facto zu verkünden. Dadurch legt man sich aber bisweilen zu große Fesseln an: Nicht jeder IE muss noch unterstützt werden - In Zeiten des baldigen Releases des IE 8 gehen bereits heute viele Unternehmen dazu über die anfällige 6er Version des proprietären Browsers nicht mehr zu unterstützen. Hier muss man Aufwand gegen Nutzen stellen und im Gegenzug acht mehr wert darauf legen, seine Applikationen barrierefreier im Sinne von Browserunabhängiger zu gestalten.
Danke.
Abgelegt unter 72dpiAcademy, Usability, Webdevelopment
Tags Browser, Firefox, iphone, Safari















Ich hab ja das Glück das ich auch viele “interne” Applikation entwickel. Dort stelle ich mittlerweile FF 3.x, IE 7 bzw einen aktuellen anderen Broswer (Safari, Opera) als Grundvorraussetzung.
“in the wild” wird man denke ich noch ein wenig mit IE6 leben müssen. Jeder der heute noch kleiner IE6 oder vielleicht sogar NS4.7 surft sollte sich ernsthaft Gedanken um Zeitgeist machen
Nicht nur das die Browser aktuelle Technologien nicht unterstützen, was ja irgendwie mit dem “brauch ich nicht” argument belegt werden könnte - nein, sie stellen vor allem hohe Sicherheitsrisiken für den eigenen PC dar.
Und wenn es selbst das schnöde textbasierte Lynx schafft standardkonforme Webseiten vernünftig anzuzeigen….
so long, der-p
PS: Ich hab grad mal nachgeschaut und hab mal repräsentativ eine Seite mit sehr hohem Besucheraufkommen genommen (nein, Zielgruppe ist nicht Technikafin):
FF3+FF2 37%, IE7 26%, IE6 21%, Opera 4%, Safari 2%, IE5.5 1%, IE5 0.5%, Chrome 0.4%, NS4 0.35%, IE8 0.32%, Safari Mobile 0.05% (Liste gekürzt)
Ich denke das drückt es halbwegs aus
Achso, haste bei der Telekom mal angerufen und gefragt wie du als Mac-User jetzt deine MMS lesen sollst? Mim IE5.2 ja wohl kaum
Hehe - nee, sollte ich aber vielleicht mal tun. Nur des Spaßes wegen…
Das ist wirklich dämlich, oder?!
Aber noch mal zum Thema: Ich finde eben, es dürfte durchaus ein Zeichen gesetzt werden. Und selbst wenn man das heere Ziel anführt, um - du hast es angesprochen - auf alten Browsen surfende und vielleicht unwissende Nutzer vor etwaigen Sicherheitsproblemen zu schützen.
Sicher fängt man da aber natürlich nicht bei Masseangeboten wie Spiegel, bild.de, Wen kennt wer - äh- Wer kennt wen und Konsorten an. Ausschließlich nerdig ausgerichtete Seiten sind da allerdings auch das falsche Exempel - technoid eingestellte Surfer haben sowieso immer die neuesten Browser installiert.
Jetzt kommt mit Sicherheit jemand von wegen Firmennetzen, in denen Client-Software nicht regelmäßig aktualisiert wird: Auch das Argument ist meiner Meinung nach nicht mehr korrekt. Gerade größere solcher Netze, in denen Software zentral eingespielt wird, achten auf up-to-date Browser, da dort eines der größten Sicherheitsprobleme liegt.
Moinsen, kann leider nicht 100% zustimmen. Es gibt einige große Weltkonzerne und Banken die Leider noch mit einer veralteten IE 6 Version surfen. Das kenne ich aus eigener Erfahrung, da ich als Zeitarbeiter die letzten Jahre immer wieder überall reinschnüffeln durfte.
Was ich aber sehr cool finde ist ein Statement einer Frau am Telefon der Hosteurope-Hotline gewesen. Diese benutzen statt Outlook oder Lotus Notes nämlich Thunderbird und Firefox. Seeeehr lobenswert.