
Welt online und Spiegel online berichten über den flickr Stream von Barack Obama und gehen damit auf die Web2.0 Aktivitäten der Obama Kampagne ein. Zweifellos ist der neue Präsident ein Präsident 2.0. Was Amerikas neue Nummer 1 schon kann, können sowohl Spiegel online als auch Welt online nicht: Web2.0 Link-Manieren.
Welt online verlinkt erst etliche Zeilen unter der Bildergalerie auf den flickr Stream von Barack Obama, Spiegel online nur auf die Startseite und nicht auf das Album, welches die privaten Bilder der Wahlnacht enthält. Jemand wie ich, der den Spiegel Artikel ein paar Tage später liest, muss sich durch zahlreiche Alben klicken, um das komplette Album der Wahlnacht zu finden, aus dem beide Medien nur einen Ausschnitt zeigen. Unser Titelbild ist zum Beispiel in der Auswahl nicht zu finden.
Im weiteren Verlauf des Welt online Artikels berichten Sie über die YouTube Aktivitäten. Spiegel online geht sogar auf das berühmte Obama Girl ein, welches mit viel Haut für Obama warb. Keiner der beiden verlinkt auf das Video, sondern nur auf die Startseite von YouTube. In meinen Augen ist das ein vergessener Quellenverweis, der Grundlage einer umfassenden Berichterstattung ist.
Oder war es nur schlampig?
Spiegel online hat in seiner Galerie nicht nur die Bilder verlinkt, sondern gleich einen Screenshot der Bilder auf flickr gemacht. Schaut man genau hin, sieht man, dass der Autor zum Zeitpunkt des Schreibens die privaten Bilder der Wahlnacht auf der Startseite des Obama Streams gesehen hat. Wusste er also nicht, dass das nur eine Momentaufnahe ist?
Ich unterstelle einfach mal den Linkgeiz aus zwei Gründen:
1) Es ist noch nicht Usus und wird daher stiefmütterlich behandelt
2) Der SEO-Wert eines ausgehenden Links ist sehr wohl bekannt und man versucht das Gold im Tresor zu behalten
Bei den oben genannten Artikeln würde ich Grund 1 vermuten. Ich gehe mal die letzten Artikel aus der Rubrik Netzwelt/Web durch:
- Verlinkung der Browserseiten hätte unerfahrenen Benutzer geholfen
- Felix Knocke vom Netzwelt Ticker kann sehr wohl verlinken.
- Bei einem Bericht über YouTube selber hätte man wenigstens YouTube und vielleicht sogar eines der erwähnten berühmten Filmchen verlinken können.
Spiegel online ist also kein absolutes Linknirvana, es muss nur noch ein bißchen mehr in den täglichen Gebrauch aller Autoren übergehen.
Wer verlinkt ist gelinkt?
Links sind die Währung im Internet und wer verschenkt schon gerne Geld. Blogger beklagen schon lange fehlende Links von Journalisten zu Bloggern, obwohl Blogs teilweise schon als Quellen fungieren. Pierre Markus schreibt unter anderem:
Ein Kritikpunkt von Bloggern an Journalisten sind oft fehlende Links. Wenn in Artikeln Blogs erwähnt oder zitiert werden, ist es in vielen Fällen so, dass das entsprechende Blog nicht verlinkt wird. Offenbar tun sich einige Journalisten mit Blogs schwer. Warum kein Link? Vergibt man sich damit irgendetwas?
Alpha Blogger Robert Basic sucht die Diskussion und wird Ende November in der Axel Springer Akademie in Hamburg das Thema “Journalisten und Blogger” angehen und ruft zur allgemeinen Kritiksammlung auf. Ich kritisiere hiermit den Linkgeiz, der dazu führt das nur noch SEOs links erhalten, was wiederum dazu führt, das sich Linkgeizkragen über Wettbewerbsverzerrung beschweren und meinen Sie dürften keinen mehr verlinken…
Wer verlinkt gewinnt!
Die Google Webmaster Zentrale sagt es selbst: Ausgehende Links sind ein wichtiger Bestandteil des Internets. Seiten ohne externe Links sind Sackgassen und werden auch dementsprechend gewertet. Wer jetzt immer noch an Links spart ist selber schuld. Grüßt mir die Linkgeizkragen auf Seite 10.
Bonuslink
Im übrigen bin ich der Meinung, dass Nordwand trotz Quotenhochdeutsch der spannendste Film ever ist.
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Tags blog, Blogosphäre, Journalismus, links, SEO, social web
Dem Linkgeiz kann ich nur zustimmen.
Das Hessiche Jugendmedienfestival Visionale in Frankfurt am Main veranstaltet dieses November einen “Web 2.0 Wettbewerb”. Schaut man auf die Nominierungen, sind zwar die Webseiten aufgelistet, doch fehlt in der Tat die Verlinkung.
Für eine Web 2.0 Veranstaltung geht es wohl kaum peinlicher!!!
Schaut selbst: http://www.visionale-hessen.de/programm.php?j=08&i=01&c=05
Linkgeiz der Journalisten…
Linkgeiz ist nicht nur ein Laster sondern auch schlechte Berichterstattung wie anhand eines Beispiel…
Leider fühlen sich einige Journalisten immer noch erhaben gegenüber Bloggern. Aber Blogs werden immer öfter von Journalisten benutzt um zu recherchieren. Dabei gehört eine Quellenangabe normalerweise zwangsläufig mit dazu. Da haben wohl einige Journalisten ihre Seminare verpennt.
Auch wenn es schon einige Monate her ist, aber in der Spiegelausgabe 30/2008 ist ein Artikel unter dem Titel:
INTERNET: Weshalb deutsche Blogger es mit ihren US-Kollegen nicht aufnehmen können
erschienen
http://service.spiegel.de/digas/servlet/epaper?Q=SP&JG=2008&AG=30&SE=1&AN=INHALT
Quellnachweis: http://s169171852.online.de/Daten/WP/2008/07/20/die-beta-blogger/
Nachdem Palin die Blogger als “im Keller der Eltern sitzende Pyjamaträger” bezeichnet hatte, reagierte jemand ziemlich gut: http://thinkprogress.org/2008/11/12/maddow-pajamas/
[...] kamen bei mir leichte Zweifel auf, da eine Web 2.0 Veranstaltung die nominierten Seiten NICHT verlinkt. Auch entsprach der Inhalt der meisten Seiten nicht den Kriterien des Web 2.0. Bei der [...]