0901. Rauchzeichen aus dem Social Web

Ein Beitrag auf Einslive hat mir gerade wieder gezeigt, wie wichtig das Social Web heute bereits geworden ist und wie diese Knospe der Berichterstattung die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit gewinnt und langsam zu einem relevanten Medium wird. Nicht nur persönliche Meinungen und seltsame Gerüchte werden heute mehr verbreitet. Eine kumulierte Zusammenfassung einiger Blogs zeichnet heute bereits ein sehr genaues Bild von Menschen in bestimmten Situationen.

Neben Einzelfällen, aber extrem medienwirksamen und spektakulären Beispielen, wie das von Mike Wilson, der wenige Minuten nach einem Flugzeugabsturz ein erstes Lebenszeichen über seinen Twitter-Feed bringt, gibt es weltweit bereits eine Menge Blogs von Autoren, die aus Ihrer jeweiligen Situation sprechen. Meist sind es gerade diese Beiträge, die noch durch Zensur oder technische Blockaden schlüpfen und die Welt aufklären. Selbst Blogs aus China schaffen es immer wieder an die Öffentlichkeit.

Im Einslive-Beitrag wurde darüber berichtet, wie sich ausländische Journalisten gerade im aktuellen Gaza-Konflikt fast ausschließlich über abenteuerlich aufgeladene Handys und ebenso waghalsig befüllten Blogs ein Bild über die aktuelle Situation der Menschen im Gaza-Streifen bilden. Wie sie einzelne Artikel bewerten, validieren und zusammensetzen. Blogs wie From Gaza, With Love, LIfe must go on in Gaza and Sderot und Gaza-Today (Beispiele auf die Schnelle zusammengesucht) zeichnen im Zusammenhang gesehen ein sehr genaues Bild der Schrecken, denen die Menschen vor Ort ausgeliefert sind.

Daraus resultierende Artikel der Welt und im Tagesschau-Blog (beispielhaft) bereiten das so zusammengetragene journalistisch auf. Und mit ein wenig Mühe kann sich jeder selbst ein Bild der aktuellen, unmenschlichen Situation machen. Das macht Journalismus so transparent wie nie zuvor.

Beitrag vom 09.01.2009
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Post von Sebastian Gerhards

Sebastian arbeitet für core4 in Hannover und gehört zum Gründerteam des Clubs. Er schreibt über Online-Marketing & -Recht, Projektmanagement, Neues, Interessantes und die Perlen im Netz, die uns stolz machen ein Teil davon zu sein.

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  1. Jens Schwehn | 09012009 15:05

    Jetzt kann man nur noch hoffen dass die Jornalisten keiner Agenda folgen und da sehe ich das grösste Problem. Bei Blog-Posts weiss ich wenigsten dass ich mit massiver persönlicher Färbung des Autors rechnen muss.

    Aber was mir bei diesem Thema besonders auffällt ist, dass die Blog-Autoren aus dem Gaza-Streifen und Israel meistens das gleiche wollen: Frieden.

  2. Sebastian Gerhards | 09012009 15:28

    Aber das ist doch genau der Punkt: Journalisten können ja letztlich nach wie vor schreiben was sie wollen, gefördert/gelenkt durch Lobby A oder B. Ihre Berichterstattung wird aber durch Augenzeugenberichte zumindest für den geneigten Leser überprüfbarer.

    Und dein Fazit ist ebenso das was ich meine: Natürlich schreibt jeder Blogger aus seiner Sicht der Dinge. Und am Beispiel Gaza dürfte auch keine politische Einstellung durch Blogger als richtig oder falsch definiert werden können. Frieden, oder zumindest Krieg ohne Waffengewalt und Tote – unterm Strich – steht aber sowohl in Israelischen Blogs als auch in Blogs aus Gaza Stadt und ist demnach der Wunsch aller Blogger.

    Ich bekomme es gerade nicht prägnanter formuliert – ich hoffe, es wird klar, was ich meine.

  3. Hanta Seewald | 09012009 15:39

    CNN hat bereits die Gegenberichterstattung übernommen und berichtet, dass Israel den Waffenstillstand ursprünglich gebrochen hat:
    http://www.youtube.com/watch?v=KntmpoRXFX4

    egal ob wahr hin oder her ist das Aufnehmen der Gegenthese durchaus ein journalistischen Mittel. Eben auch eine Trafficschlampe bzw. Einschaltquotenschlampe. Hey schaut mal wir berichten die Wahrheit über die Unterdrückten

    Die Diskussion wer jetzt Schuld ist bringt aber außer Einschaltquoten nicht viel. Und genau hier setzt die Relevanz der Blogger ein. Egal wie gefärbt sind es letztendlich die Meinungen die vielleicht wirklich interessieren. Und in diesem Fall ist es die Meinung, dass Frieden her muss, denn die Schuldfrage ist schon lange unlösbar.

    Die Blogger sind da, jetzt fehlt noch der Filter, der die Meinungen der Blogger vereint und gebündelt darstellt ohne auch hier wieder zu viel Gewicht mittels Linklobbyismus auf Alpha Blogger zu legen.

    Hm, da war doch was mit Semantik… Roy wo bist du?

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