i18n = i[nternationalisatio]n. l18n = l[ocalisatio]n
Manch ein Zeitgenosse der Netzgemeinde mag den Unterschied zwischen der Lokalisierung seines Angebots und einer Internationalisierung einer wie auch immer gearteten Online-Präsenz nicht sofort erkennen. Die Diskussion über ein aktuelles Projekt hat mir aber in den letzten Tagen wieder deutlich gezeigt, dass es eben doch gewichtige Unterschiede dieser beiden Möglichkeiten gibt, Inhalte einer multisprachlichen Gemeinschaft zugänglich zu machen. Daraus resultierend muss sich bereits die Konzeption eines Internetprojektes mit der Frage auseinandersetzen.
Übersetzungsworkflows stellen immer zuerst einmal die Frage, ob Inhalte parallel übersetzt (synchron) oder unterschiedliche Inhalte in den einzelnen Sprachen angeboten (asynchron) werden.
Dabei ist diese Frage nicht immer nur durch die Verfügbarkeit von Übersetzungen zu in der Muttersprache angefertigten Artikeln begründet (Übersetzer = teuer = weniger Content in der alternativen Sprache). Vielmehr ist es bei vielerlei Art von Angebot, Inhalt oder Produkt wichtig und sogar notwendig, lokale Unterschiede in unterschiedlichen Ländern darzustellen.
Ein Artikel über den Stellenabbau bei Siemens lässt sich leicht übersetzen und hat für einen Engländer, einen Deutschen und einen Franzosen denselben Informationswert, sie lässt sich auch asynchron übersetzen in deutsch, englisch aber nicht in französisch; die Serienausstattung eines beworbenen Autos unterscheidet sich aber von Land zu Land, der Deutsche bekommt weißes Abblendlicht, der Franzose gelbes und der Engländer lenkt rechts.
Lokalisierte Websites
Aus diesem Grund fordern viele Hersteller eine Identifikation ihres Besuchers ab, meist liegt eine solche Gateway-Page hinter einer .com-Domain (Nike.com, Sony-Erricson.com, Volkswagen.com) während bei .de, .co.uk und .jp davon ausgegangen wird, dass diese Adresse nur von “Locals” aufgerufen wird. Neuere Mechanismen erlauben auch eine automatische Identifikation anhand der IP des Surfers.
Allerdings ist der Aufwand bei dieser Art der Steuerung ungleich höher, als bei den im Folgenden beschriebenen Sites. Im Zweifelsfall müssen mehrere Übersetzungen für einzelne Länder angefertigt werden – wenn man Pech hat ein Fass ohne Boden: Was macht der Flämisch sprechende Teil Belgiens wenn ich Zielseiten nur in Französisch anbiete? Was macht ein Teil der Schweiz wenn ich kein Italienisch anbiete?
Internationale Websites
Anbieter, die diese Notwendigkeit nicht haben, helfen sich gerne mit einer Sprachwahl irgendwo im Kopf- oder Fußbereich Ihrer Website.
Die wird oft in Verbindung mit Flaggen gelöst: die deutsche Flagge für deutsche Inhalte, der Union Jack für englische Inhalte usw. Politisch/Inhaltlich korrekt ist das nicht – Deutsch wird auch in Österreich und in weiten Teilen von Luxembourg und der Schweiz gesprochen/gelesen, Englisch sowohl in England als auch in den USA, Südafrika, Indien, Australien… Eine simple Klartext-Auswahl reicht doch völlig: deutsch, english, francais, italiano.
Gemischtes
Einen Kompromiss gehen Seiten, bei denen die Angabe eines Landes erst in deren Formularen notwendig ist. Denn manchmal ist erst eine Unterscheidung der durch eine Website generierten Leads nach Herkunftsland nötig.
Es lohnt also und spart im Zweifelsfall koordinatorischen, technischen und übersetzerischen Aufwand, sich im Vorfeld über den internationalen Anspruch eines Online-Projektes Gedanken zu machen.
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Tags i18n, l18n
nicht zu vergessen der SEO Aspekt
- speaking URL in der Landessprache
- Sprachen auf Länderdomains aufteilen
by the way: weiss jemand wie ich in typo3 mit coolURI oben genannte Punkte hinbekomme???
Hi,
Soweit ich das weiß stimmt deine Überschrift nicht
Ich wüsste nicht, dass es ein L18N gibt …
i18n = i[nternationalisatio]n
l10n = l[ocalisatio]n
Das ist bei jedem Wort anhand der Anzahl der Buchstaben festgemacht. Bei dem Wort internationalisation werden 18 Buchstaben weggekürzt und bei localisation 10 Buchstaben.
Ich hab’ kurz auf Wikipedia reingeschnuppert und da scheint es, als ob Micro$oft hier wieder was eigenes auf die Beine gestellt hat. Wenn da mal jemand drüber stolpern sollte, hab’ ich es auf jeden Fall hier mal erwähnt:
l12y = l[ocalizabilit]y
Quelle:
http://en.wikipedia.org/wiki/Internationalization_and_localization
Nur was ich nicht herausgefunden habe ist, dass man meist I18n (mit Großbuchstaben am Anfang) und l10n (mit Kleinbuchstaben am Anfang) vorfindet.