Wir werden heute mal den Freitagspost für einen guten Zweck opfern und hier ein wenig Promotion für Chibodia machen. Ein Artikel der Frankfurter Rundschau hat mich dazu angeregt. Unter anderem auch, weil Chibodia dort vergessen wurde.
In “Die Kinder von Smokey Mountain” geht es um die Kinder auf den Müllkippen Phnom Penhs, der Hauptstadt Kambodschas. Nicht nur die Kinder sondern eine ganze Siedlung lebt in Stung Meanchey auf der Müllkippe und lebt davon, aus dem Müll Verwertbares zu fischen.

Ich selber war bereits zwei mal dort und sah, dass die Menschen dort direkt auf der Müllkippe leben und sich im Müll Löcher schaufeln, diese mit dreckigem Wasser füllen und den Müll waschen. Krankheiten und Ausschläge hat fast jeder dort und die Stimmen der Kinder sind rauh von den Dämpfen des verbrannten Mülls. Abends beim Sonnenuntergang sorgen diese Dämpfe und die Müllberge für eine trügerische Romantik.
Chibodia hat mit seinem Motomedix Projekt dort eine kleine, medizinische Station aufgebaut. Nader Ebrahimi leitet diese Station, nachdem er bereits ein Kinderheim für Kinder der Müllkippe aufgebaut hat. Einheimische Ärzte und Medizin-Studenten versorgen dort die Bewohner kostenlos und Chibodia stellt die nötigen Medikamente und Verbandsmaterialien.
Ursprünglich sind Krankenpfleger Samuel von Chibodia und Nader jede Woche mit Enduros und Medikamenten im Gepäck zu der schwer zugänglichen Siedlung gefahren und haben die Leute mobil versorgt. Daraus entstand das Projekt Motomedix, denn die Rucksäcke waren viel zu klein für die benötigten Medikamente und die Besuchs-Intervalle nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Wer mehr wissen will, sollte sich den Artikel der FR durchlesen, hier ein paar Auszüge:
Die zwölfjährige Savon rutscht aus, verliert einen ihrer Schlappen und tritt in eine Glasscherbe. Sie steht auf dem “Smokey Mountain”, dem Müllberg von Phnom Penh. Aus ihrer Nase läuft Rotz, die Augen tränen. Schnell schlüpft sie wieder in den Schuh und sucht in der Rauchwolke nach ihren Eltern.
Auf der Mülldeponie im Stadtteil Stung Meanchey, die etwa die Größe von sechs Fußballfeldern hat, arbeiten 130 Kinder mit ihren Familien.
Wie eine Giftschlange windet sich ein Trampelpfad über den Müllberg.
Jürgen Gößling hat Chibodia seine Bilder von sozialen Brennpunkten in Kambodscha zur Verfügung gestellt, darunter auch Bilder der Müllkippe. Ein paar eigene Bilder von 2007 kann ich Euch gleich hier zeigen.
Chibodia ist ein Verein, der aus der Initiative eines Freundekreises im Sommer 2006 entstand. Das Besondere an Chibodia ist, dass 100 % der Förder-Spendengelder im Land eingesetzt werden. Dieses ist durch ein besonderes, transparentes Spendensystem möglich: Die Mitarbeiter und alle Verwaltungsausgaben werden von dem Kreis der aktiven Chibodia-Mitglieder getragen. Somit kommt jeder weitere gespendete Euro (z.B. Fördermitglieder, Einmalspenden, etc.) direkt bei den Kindern in Kambodscha an!
Nicht nur diese Aufteilung der Spenden sondern viele ehrenamtliche Mithelfer sorgen dafür, dass Chibodia ein kleiner aber effektiver Verein ist. Der ganze Vorstand ist ehrenamtlich tätig und der Aufwand ist nicht gerade wenig. Viele bringen Ihre beruflichen Fähigkeiten und Möglichkeiten kostenlos ein. Allein schon durch dieses Netzwerk entsteht Power, die in Kambodscha viel bewegt aber nicht viel kostet: Nur ein wenig unserer Freizeit.
Wer ein wenig von seiner Freitzeit opfern will, kann das gerne in Form von PR für Chibodia tun: Verlinkt die Webseite, folgt Chibodia bei Twitter und retweeted es, oder erzählt es einfach weiter.
Heute Abend ist im Gießener Pfannkuchenhaus um 20.00 Uhr der Chibodia Stammtisch mit Anne Pehlke, unsere Mitarbeiterin in Kambodscha. Wer also in der Nähe ist, kann die Menschen hinter Chibodia gerne mal persönlich kennen lernen.
Zusatzinfos: Ein weiterer Artikel ist auf Spiegel Online erschienen, der die Bildungssituation in Kambodscha beschreibt.






















Beeindruckend! Jetzt wäre es schön, wenn die Rundschau auch einen Blogstream hätte…