Wie der Twingly Blog mitteilt, nutzt ab heute auch bild.de das Twingly Blogstream Widget. Wir haben bereits über das Handelsblatt berichtet, welches die ersten in Deutschland waren. Unser erster Testbeitrag auf einen Handelsblatt Artikel hatte aber sehr ernüchternde Besucherresonanz. Kann an der schlechten Platzierung liegen oder schlicht an der Tatsache, dass der Artikel selbst schlecht besucht war.
Bei Bild.de ist die Platzierung dagegen an klassischer Kommentar und Trackback Stelle, eben so wie es sich gehört. Das wird sicherlich für ein paar mehr Besucher sorgen und für die Vernetzung von Blogs mit bild.de sorgen. Feine Sache, mit einer Ausnahme..
bildblog.de bleibt außen vor (Danke an Sebastian für diesen Hinweis)
Der bild-kritische Blog bildblog.de wird dagegen im Twingly Widget nicht gelistet. Ansonsten müsste man auf diesem Artikel doch eine Verlinkung von diesem bildblog-Artikel sehen, oder? Denn alle Voraussetzunge sind erfüllt: bildblog.de ist bei Twingly im Spam-freien Index
Zweites Beispiel gefällig: bildblog.de schreibt über Neuville und bild.de zeigt keine Blogbeiträge im Widget an.
OK, bild.de will keine kritische Meinung auf seiner Seite verlinken, muss man auch nicht. Ehrlich gesagt, ich hätte auch keine Lust jemanden zu verlinken, der andauernd das widerlegt, was mir tausende von Lesern bringt
Aber bei der Blogsuchmaschine Twingly bleibt ein kleiner Hauch von Zensur hängen. Wie kommt das bloß bei der Blogosphäre an, die bisher recht begeistert über das Widget berichtet hat? Ich selbst finde übrigens diesen Dienst und die Einbindung auf Handelsblatt.com und bild.de super. Aber dieser Filter ist ein Schönheitsfleck.
Update: Ich habe mir das Interview mit Thomas Knüwer vom Handelsblatt angehört, in dem er sagt, dass Twingly von einer Filterung der verlinkenden Blogs abrät. Der Einzige der hier also in Form einer Whitelist Hand anlegt ist die BILD selber. Der 72dpiClub wird immer noch nicht angezeigt.
Abgelegt unter Featured, Kommentar, Netznews, Sonstiges
Tags blog, Blogosphäre, social web, twingly














Ich bin nicht sicher, ob man diesen Filter negativ zulasten von Twingly sehen darf. Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass keine rechtsradikalen, pornografischen oder sonstwie moralisch nicht vertretbare Seiten im Twingly Index landen.
Was letztlich die Kunden - also Handelsblatt, BILD, etc. - auf diesen Filter setzen bleibt deren Sache. Im Grunde ist das ja das Kernproblem von Firmen, die User Generated Content auf ihren Angeboten zulassen: Wie kontrolliere ich die dort hinterlegten Inhalte.
Moderation wird häufig abgelehnt, Zensur im großen Stil ist kontraproduktiv - ein kleiner Filter, der kritische Meinung herausfiltert ist da eigentlich doch genau das richtige Maß der Dinge.
Journalisten sind doch die ersten die Aufschreien, wenn es irgendwo auch nur annähernd nach Zensur aussieht. Ich denke hier muss man ganz klar zwischen Presse und Business unterscheiden. Auf Unternehmensseiten will ich kritische Inhalte nicht haben, es sei denn ich kann durch dessen Lösung glänzen.
Auf einer Nachrichtenseite gehört doch diese Diskussion rein, ansonsten werden die klassischen Medien im weiteren Boden an soziale Medien wie Twitter und Co. verlieren. Die vielleicht kein “Qualitätsjournalismus” sind, aber wenigsten Diskussionen zulassen. Vielleicht definiert sich der Qualitätsjournalismus in Zukunft durch das Einbeziehen der sozialen Medien sozusagen als Wahrheitssiegel der Massen.
Ich finde, das siehst du zu eng. Außerdem wirst du sowieso in Kürze gelüncht, weil du “BILD-Zeitung” und “Qualitätsjournalismus” miteinander gleichsetzt.
In erster Linie ist ein Nachrichtenportal mal eine Firma. Der Bildblog kritisiert nicht nur den “Journalismus”, der von BILD betrieben wird, sondern kritisiert ganz klar das Medium/das Unternehmen an sich. Und da finde ich eine entsprechende Zensur durch die BILD (wohlgemerkt) angebracht.
Ah, mist. Ich habe den Mindestabstand von 500 Zeichen zwischen BILD und Qualitätsjournalismus nicht eingehalten.
Ich spreche BILD auch nicht das Recht ab, die Twingly verlinkungen zu filtern, sondern denke, dass jemand, der die Diskussion über sich selbst im Social Web komplett außen vor lässt, bald selber außen vor gelassen wird. Und ich denke, wenn die BILD Leserschaft mittlerweile auch WKW kennt, und dort aktiv ist, sind die Inhalte des bildblogs nicht mehr weit entfernt.
http://twitter.com/tlom führt heute übrigens ein Intervie mit http://twitter.com/tknuewer vom Handelsblatt. Ich bin sehr gespannt auf die Antworten. Das Einbeziehen der Blogosphäre KANN zu Chance werden. Wer das wie BILD limitiert lebt auf der sicheren Seite aber sicher war schon immer langweilig.
Nachrichtenportale sind erst in zweiter Hinsicht Firmen. Ihre Hauptdaseinsberechtigung ist es, die Bevölkerung unzensiert, ehrlich und nah über aktuelle Themen zu unterrichten. Es gibt Gründe, wieso die BILD so oft kritisiert und ihre Artikel auseinander genommen werden. Weil sie bewusst die Unwahrheit schreiben und die deutsche Bevölkerung so hinters Licht führen. Wer so eine Strategie auch noch verteidigt, dem gehört aber mal kräftig eine hinter die Löffel!
Recht hast du sicher. Ich verteidige auch nicht die Strategie der Bild-Zeitung ihre Leser hinters Licht zu führen sondern lediglich das Hoheitsrecht eines Betreibers, Meldungen aus dem Social Web zu filtern. Ich hau mir aber mal selbst auf die Löffel, dass das hier so rüberkommt.
Bei den Twingly Blogstreams fehlt das Regulativ - Blogbeiträge werden einseitig direkt auf der Website präsentiert, ohne dass andere Stimmen/Leser/Redakteure der Website reagieren können. Eine Art Meinung-der-Gruppe kann hier nicht greifen. Also muss gefiltert werden.
Außerdem gehe ich mal stark davon aus, dass 75% der Links aus Blogs auf Bild.de kritischen Ursprung haben. Der Bildblog ist sicher mit seiner Akribie allen voran - und landet deswegen auf einem wie auch immer umfangreichen Index. Ich persönlich bin gespannt auf die restlichen Resultate des Blogstreams unter Bild-Artikeln, da wird sicher zur Genüge aufgeräumt.
Das läd ja geradezu dazu ein, Blogs zu kreieren die man bei Twingly anmeldet, um dann wiederrum auf den Bild-Artikel zu verlinken und gleichzeitig in diesem Blog auch auf die Bild- kritischen Blogs zu verlinken/hinzuweisen/etc.
Ich kenne leider gerade nicht die Kriterien die man für Twingly erfüllen muss, um gelistet zu werden, evtl. ist es dann ja auch nur eine Schnappsidee, die nicht funktioniert. ;D
Damit wirst Du auch nicht bei bild.de durchkommen. Auch unsere Links hier auf die Bild Artikel werden im Twingly Widget nicht angezeigt, obwohl wir bei Twingly gelistet sind. Im Handelsblatt werden unsere Links angezeigt
Was mich zur Aussage verleitet, dass Bild.de keine Black- sondern eine Whitelist führt. Oder sind wir schon so mächtig…
@ Sebastian - da wirst du wohl recht haben,
was also bedeutet, dass Twingly nicht filtert, sondern Bild.de dort selbst Hand anlegt, selbst wenn Twingly solch Whitelisting zur Verfügung stellt, kann man es ihnen nicht verdenken. Gibt genug mist den man filtern sollte.
Womit “Aber bei der Blogsuchmaschine Twingly bleibt ein kleiner Hauch von Zensur hängen. Wie kommt das bloß bei der Blogosphäre an, die bisher recht begeistert über das Widget berichtet hat?” schon mal zu den Akten gelegt werden könnte. (Außer bei Bloggern die nicht darauf kommen.)
PS.: Man sollte es als Auszeichnung sehen, dort nicht angezeigt zu werden
@Luciola Du hast recht, Twingly ist da gar nicht am zensieren. Im Podcast Interview mit Thomas Knuever vom Handelsblatt sagt er auch noch einmal, dass Twingly von solch einem Filter abrät.
http://www.socialmediapreview.de/2009/02/04/social-media-preview-folge-25/
Wir fühlen uns geehrt, speziell da der bildblog seit gestern in der Rubrik Aktuelle Links auf uns verlinkt. Vielen Dank
Ja wenn das Weltbild der Axel Springer Verlags AG ins wanken gerät. Ist doch immer wieder schön zu sehen wie kindisch vermeindliche Monopolisten reagieren wenn man ihnen an den zu dick gereatenen “Eiern” zieht. Es ist immer das Motto was ich nicht sehe kann mich nicht sehen. Zum Glück gibt es neben den [...] und Weltflüchtlingen in den Chefetagen der Axel Springer Verlags AG noch das Internet. Hier kann man sein hier findet man alles. Nun ja ich für mich werde mal abwarten bis die Finazkriese die “Bild” und ihre Kinderchen erreicht. Mal schauen wie lange dann der [...] eines “Bild” Herausgebers und Chefredakteuers noch seinen Job hat.
Meine persönliche Prognose für “Bild”, ist die eines Anzeigenblattes das man auch noch bezahlen muß, da es den Anspruch des Leitmediums der “deutschen” Kultur sein möchte.
@Grinsi Ich hab Deinen Kommentar mal ein klein wenig entschärft
Ob Medien wie die Bild von der Finanzkrise umgeworfen werden ist zweifelhaft, denn in Krisenzeiten ist das Nachrichteninteresse doch sicherlich größer. Die Anklagerufe gegen Manager und Banker werden weitergehen und ganz vorne mit dabei natürlich auch die Bild.
[...] Bild.de mag Twingly nur ohne Bildblog [...]
Ich habe das auch mal ausprobiert. Es scheint wohl so, dass es nicht nur eine Filterung gibt, sondern das ganze generell moderiert wird und das auch sehr sehr lange dauert, bis mal ein Eintrag online geht.
Das dieses System dann aber nicht mehr vernünftig funktioniert, sollte eigentlich klar sein.