1902. Die Möchtegern-Application von Bild.de und studiVZ

Gerade im Blog von Florian Bailey, gelesen, dass studiVZ seine erste Application “MeinKlub” integriert hat. Auch der Axel Springer Verlag, der hinter bild.de und damit hinter “MeinKlub” steht, berichtet stolz über dieses unglaubliche Innovation:

„Mit der Entwicklung von ,Mein Klub’ ist uns ein echter Coup gelungen: Wir freuen uns, dass studiVZ als die führende Social Community in Deutschland ihren Nutzern unseren erstklassigen Content und unsere Sport-Expertise anbietet“, so Erik Peper, Verlagsgeschäftsführer BILD digital.

Mensch, toll Jungs. Endlich kommt auch die facebook Kopie auf die Idee facebook Applications einzubinden. Hat ja auch lange genug gedauert die Chat Funktion zu kopieren, da kann man sich nicht mit der Entwicklung von Applications aufhalten. Aber jetzt ist sie ja da…..

In den einzelnen Fussballgruppen erscheint nun ein Fenster mit aktuellen Meldungen und Informationen zum Verein, gespeist von bild.de und MeinKlub

studivz-meinklub

Wer es selber ausprobieren will, einfach mal irgendeiner Fussballclub-Fangruppe beitreten (Vorzugsweise Eintracht Frankfurt) und diese Application nutzen…..

ähm Nutzen, wie denn nutzen….????
Richtig, nutzen bzw. anwenden wenn man mal das Wort “Application” als Ideengrundlage nimmt, kann man da nicht viel. Der aufmerksame facebook Nutzer wird schnell merken, dass diese Application nichts anderes ist als ein etwas besserer interaktiver Banner. Es wird einfach nur Content von Seite A in Seite B angezeigt. Gut platziert zwar, vor den Augen der Zielgruppe, aber innovativ und “ein echter Coup” ist was anders.

In der Kopiervorlage facebook kann sich der Nutzer wenigsten selber mit Applications zupflastern und wird nicht ungefragt mit Bannern an dem Versenden von Herzchen gehindert.

Die fehlende Einwilligung des Nutzers ist auch das größte Ärgerniss, wenn man sich die Reaktionen aus den Gruppen “Eintracht Frankfurt” und “Bayern München” anschaut

oh yeah, hab ich was verpasst oder wo kommt dieser sondermüll jetzt plötzlich her?

Der Datenmüll nimmt zu..und mal wieder mehr Zusatzinfos, die ich nich brauche.
Die Gruppe hier ist eigentlich so groß, das die Mitglieder die News schon selbst machen.

eh wozu hab ich jetzt bildzeitung aboniert, alta!?

die artikel sind nicht immer so schlecht wie sie hier gemacht werden

hier geht es ja mehr oder weniger drum, dass man hier sofort Neuigkeiten der Eintracht zu Gesicht bekommt,

ich empfehle yet another remove it – firefox add-on, damit kann man einfach teile der seite “löschen”. bei mir wird kein bild-müll angezeigt.

Danke für den Tipp mit dem Add-On!
Und die BLÖD als Frühstückslektüre will ich nicht missen, da ist mein Hirn noch im Standby, und dafür ist sie genau richtig! Hier auf der Seite braucht das aber kein Mensch, da wird das Niveau einiger doch weit überschritten ;)

Man kann von Bild halten was man will aber der Sportteil ist super und in 99,9% aktueller als alle anderen!

ich finds gut, ist mal wa anderes

Wieso entfernen? Ich finde es eigentlich ziemlich lustig…
Zum Beispiel habe ich sehr stark geschmunzelt,als ich dadurch erfuhr,dass der Luca-Track auch in Italien populär ist…finde diese Bild -Beiträge sehr unterhaltsam.
Außerdem stört das doch keinen Arsch.

Ich bin auf jeden Fall pro “mein Klub”

Mir ist es auch Wumpe ob es nun da ist oder nicht. Ich nutze Adblock und das Ding ist weg.

Das Erfolgsgeheimnis hinter den facebook Applications ist die Einwilligung des Nutzer. Wenn die da ist, wird es schon nicht mehr als Werbung aufgefasst, wenn Sie nicht da ist bleibt es einfach ein Banner und nichts anderes. Punkt.

Wer Reaktionen aus anderen Gruppen hat kann die gerne in den Kommentaren zusammenfassen. Würde mich sehr freuen.

Wie sehen gute Applications aus?
Wer das wissen will, schaut sich mal bei techcrunch die 10 beliebtesten facebook Applications an. Man muss sie nicht alle ausprobieren, um zu erkennen, dass Interaktivität eine Grundvorraussetzung ist, um wenigsten als facebook Application durchzugehen bzw. überhaupt von den Usern akzeptiert zu werden.

MeinKlub versucht ein Spielzeug zu sein nur leider kann man damit nicht spielen und es wird auch noch ungefragt im Wohnzimmer aufgestellt. Deswegen die Ansage an Axel Springer und studiVZ, die ganze Sache doch nicht innovativer darzustellen als sie wirklich ist.

Für ein interaktives Banner gut umgesetzt und gut platziert aber eine Application noch lange nicht, selbst wenn Euch die Erstellung viel Hirnschmalz gekostet hat. Und ein großer Coup ist es erst recht nicht. Wenn das Ärgerniss über die ungefragte Werbung Überhand nimmt, ist es eher ein kompletter Schuss in den Ofen.

Beitrag vom 19.02.2009
Abgelegt unter Web2.0
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Post von Hanta Seewald

Hanta ist Geschäftsführer von medialis.net und mark-up Marketing Design. Im 72dpiClub kommentiert er Entdeckungen und berichtet über das, was ihn begeistert. Seine Schwerpunkte sind Online Marketing und die Welt des Social Media (und das Schreiben über sich selbst in der dritten Person)

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  1. Jodok | 19022009 17:58

    dem möchtegern kritiker seien folgende fragen gestellt:
    was ist opensocial? was ist eine app? was ist eine facebook app?
    urls für das studium: http://www.opensocial.org/ http://developers.facebook.com/
    und JA, das ist die erste version und der erste schritt. schade, dass du opensocial als schlechte werbemassnahme für schlechte inhalte in einer schlechten form siehst.

  2. Hanta Seewald | 19022009 18:14

    Wer redet denn hier von OpenSocial? Ich rede hier nur davon, dass ein interaktives Banner alias Content Syndication alias Google Widget als “echter Coup” verkauft wird. Worin liegt denn in Content Syndication der Coup? Eine innovative Werbeform ist es ganz bestimmt nicht egal ob OpenSocial oder nicht.

    Wenn es ein erster Schritt ist, dann verkauft es auch als einen ersten Schritt. Diesen Schritt habe ich übrigens sehr erfreut zur Kenntnis genommen, um das vielleicht hier noch mal nachträglich zu erwähnen. Bemängele aber bei diesem ersten Schritt ganz klar, dass Ihr Eure Benutzer nicht um Erlaubnis gefragt habt.

    Wie die Vergangenheit nicht nur bei studiVZ zeigt, reagieren Benutzer recht rigoros, wenn man Ihnen ungefragt etwas vorsetzt. Facebook hat das mit seinen geänderten Nutzungsbedingungen erst wieder erfahren müssen.

    Befassen wir uns also nicht mit OpenSocial sondern mit den Eigenheiten von Permission Marketing und den Möglichkeiten, die sich aus diesen Eigenheiten ergeben. Unter anderem Verhindert man damit auch die Kommentare, die momentan in den Fussballgruppen abgegeben werden. Eure Benutzer sind die Kunden und der Kunde ist bekanntlich König.

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