2503. iTunes, Saturn, Amazon - MP3s online kaufen

Die Möglichkeiten, im Netz gute Musik zu finden und - zumindest - günstig zu erwerben waren in Deutschland lange Zeit begrenzt. Lediglich Apples iTunes-Store war der Platzhirsch im Walde und hat in der Vergangenheit nicht zuletzt auch wegen der technischen Bindung von iPod an iTunes und dem funktionierenden DRM (?) der MP3s mächtig Zulauf erhalten.

Und in der Tat war das in Deutschland anscheinend nötige DRM eine Hürde, mit der es nur wenige Unternehmen aufnehmen konnten/wollten. Versuche wie Musicload, etc. taten sich schwer, die Masse zu erreichen. Und Flatrate-Systeme á la Napster waren lange Zeit Domäne von Geeks und Nerds und außerdem nur eine schlechte Alternative, konnte man die Musik doch nur auf dem Rechner mit bestehender Internet-Verbindung hören.

Während es in den USA schon länger konkurrenzfähige Angebote z.B. bei Amazon.com gibt, hat es in Deutschland bis Januar 2009 gedauert, um etwas Bewegung in den Markt zu bringen.

Mit der Ankündigung von Apple, die iTunes Preise zu staffeln und nun auch Titel der Major-Labels ohne DRM anzubieten, hat Apple seine Marktposition auf den ersten Blick gestärkt und sich auch Nicht-iPodbesitzern seine Pforten geöffnet. Auf den zweiten Blick - jetzt nach ein paar Monaten - hat diese kleine Revolution auch dafür gesorgt, dass Konkurrenz den Markt entdeckt.

Direkt im Januar schloss Media Markt verträge mit den Major-Musiklabels und bietet seither DRM-freie MP3s an. Richtig auf die neue Situation aufmerksam geworden bin ich persönlich durch eine Aktion von Saturn: Saturn schickt sich an, den Mainstream mit MP3s zu erobern. Noch bis Ende März 2009 bietet die Billigkette die meisten gespeicherten Alben für 4,99 EUR an. Und auch Amazon - in den USA schon seit 2007 mit günstigen Preisen für MP3s am Markt - öffnet in Kürze seine digitalen Archive für den deutschen Endkunden.

Dass es jedoch nicht nur um den Preis geht, zeigt das Beispiel Saturn sehr gut: Mein Testkauf  zweier Alben gestern (Röyksopp und Selig) war von Browserabstürzen und Problemen mit den Dateien geprägt. Da ich persönlich sehr unzufrieden war, hier ein paar der aufgefallenen Probleme:

  • 15MB große 320KBit Dateien sind meiner Meinung nach zu groß für Besitzer tragbarer Geräte,
  • Dateien sollten mit der Titelnummer beginnen,
  • Umlaute wurden auf meinem Mac zerschossen,
  • die Titel waren 3fach im knapp 500MB großen ZIP,
  • der Download hat fast 2 Stunden gedauert und wurde immer wieder unterbroch.

Ich bin gespannt auf meinen ersten Kauf bei Amazon. Und verbleibe bis dahin bei meinem liebgewonnenen iTunes, kostenlosen Podcasts und Portalen wie dem Tonspion.

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Beitrag vom 25.03.2009
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Post von Sebastian Gerhards

Sebastian arbeitet für core4 in Hannover und gehört zum Gründerteam des Clubs. Er schreibt über Online-Marketing & -Recht, Projektmanagement, Neues, Interessantes und die Perlen im Netz, die uns stolz machen ein Teil davon zu sein.

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  1. Hanta Seewald | 25032009 15:02

    @Sebastian: Also an Deiner Stelle wäre ich ja fuchsteufelswild geworden ;-)

  2. Patrik Mayer | 25032009 15:13

    Ähnlich ging es mir bei Videoload wo ich den kostenlosen Teil mal ausprobiert habe… alles halbfertig, alles wirkt halbgar, etc., etc., etc…

    Allerdings möchte ich kurz wiedersprechen. Ich lege Wert auf 320kBit/s mp3’s da man im Auto oder sonstwo, ausser natürlich vielleicht aufem Kopfhörer unterwegs, den Unterschied doch schon hört. 192kBit/s oder gar 128kBit/s kommen für gekaufte Inhalte meiner Meinung nach garnicht in Frage. Schlußendlich bekommt man ja nur eine beschnittene musikalische Fülle fürs Geld.
    Dann vielleicht doch das ganze in einem “losless”-Format verkaufen und iTunes beim schieben auf den Pod das ganze transcoden lassen auf 192kbit/s… naja, nur ne Idee.

    iTunes verkauft übrigens 256kBit/s m4a’s die man beim umwandeln in mp3 auf die nächsthöhere kBit-Stufe heben sollte um Verluste zu vermeiden - somit sind wir auch wieder da ;)

  3. Sebastian Gerhards | 25032009 15:20

    @Hanta: Man merkt, dass ich mich in meiner Darstellung sehr zusammengerissen habe, oder? ;)

    @Patrik: Also ab 192kBit höre ich ehrlich gesagt keinen Unterschied mehr. Und vielleicht sollten auch andere Hersteller m4a’s unterstützen, oder eben alle auf iPod umsteigen… ;)

    Vorreiter ist und bleibt eben leider iTunes, auch wenn’s Manchem nicht gefällt. Wundere mich schon, dass alle anderen da solche Krücken online stellen…

  4. Patrik Mayer | 25032009 15:27

    iTunes ist und bleibt DER Online-Musik Shop. Die Damen und Herren aus Cupertino haben sich einfach bei vielem Gedanken gemacht… auch wenn der ITS manchmal grottenlahm ist.

    Ich demonstriere dir gerne mal den Unterschied zwischen 192kBit/s und 320kBit/s… dafür muss man das natürlich auf ner Anlage hören. Auf nem Kopfhörer oder mittelschlechten Aktivboxen hört man verständlicherweise keinen Unterschied.

    Von so Sachen wie VBR (VariableBitRate) fang ich übrigens garnicht erst an. Mit VBR ist ein 320kBit/s mp3 gut ein Drittel kleiner und man hört absolut keinen Unterschied zu 320kBit/s CBR (ConstantBitRate).

    Es ist halt eben nicht vom Tisch zu wischen das man bei mp3 ein komprimiertes Format bekommt. Im Gegensatz zur CD ist da eben ein qualitativer Unterschied.

    //edit:
    Sind die ID3-Tags denn wenigstens in Ordnung und sind die Cover in die mp3’s eingebettet?

  5. Marvin | 26032009 10:15

    Ich finde ja die Napster Flatrate nicht schlecht. 10 Euro im Monat und so viel herunterladen wie man möchte. Für einen Musikfan wie mich eine echte Bereicherung.

  6. Lounge Musik | 27032009 14:27

    Ich glaube, dass die Versuche von Saturn und Co im Sande verlaufen werden. Es ist einfach zu spät, als dass man da noch iTunes Konkurrenz machen könnte. Und wenn es nicht einmal möglich ist, die Kinderkrankheiten auszuräumen (Browserabstürze etc.), dann wird es eh nicht klappen.

  7. Lisa | 05042009 22:24

    Die Napster Flatrate hat wirklich was für sich, allerdings bin ich persönlich auch großer Anhänger von iTunes. Mir ist es dann im Endeffekt doch auch etwas wert, die Angebote schön präsentiert zu bekommen und die Bedienung ganz intuitiv durchführen zu können. Werde mir das amazon Angebot dann aber wohl doch auch mal zu Gemüte führen, denn wenn man ein Album für unter 5,- kaufen kann ist das an sich ja schon Grund genug das ganze mal zu testen. Viele sind ja bereits von dem Service begeistert…

  8. Filomena | 21042009 10:38

    Habe jetzt einmal den Service von Amazon genutzt. Als erstes habe ich gedacht, dass die Installation des Downloaders ein Problem darstellen würde, allerdings verlief dieses einwandfrei. Die Preise sind zumindest im Augenblick noch völlig in Ordnung. Das Einzige was mich tatsächlich etwas stört ist, dass das Angebot an Einzeltiteln noch ziemlich mager ist. Da wird Amazon sicherlich noch etwas dran ändern müssen.

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