1405. The Big Google Fail – Ein ? für Alternativen

Ich mach das jetzt mal mit ordentlich Schmalz drauf:

In meinem iTunes läuft “Got Yourself a Cannon” von den White Stripes. Ich bin angespannt, horche auf die vielen #fail-Meldungen auf Twitter. Google geht nicht! Kein Zugang zu Informationen. Keine E-Mails. Überstunden, weil mein angefangenes Monatsreporting aus Google Analytics ebenfalls den 404 auf weißem Grund zeigt. Verlorene Zeit. Viel wichtiger als Geld (das auch verloren ist).

Das ist natürlich frei erfunden. In der Tat habe ich (doch tatsächlich) offline gearbeitet, keinen (aktiven) Google Mail Account und die wichtigen Statistiken laufen auf Systemen von anderen (und theoretisch belangbaren) Anbietern. Aber heute spüren wir also kurz einmal die Macht des großen “Don’t be evil”. Google und viele von Google kostenlos zur Verfügung gestellten Services wie Google Mail, Google Analytics sind (in Deutschland) für etwas mehr als eine Stunde nicht erreichbar. Ausgehend von ein paar Subnetzen in den USA (via), breitet sich die Welle wie ein Lauffeuer aus: Australien, Frankreich, Deutschland, China.

Twittermeldungen, wie das etwas ironische Zitat meines Blogkollegen Hanta

Google kaputt, dann kann ich ja jetzt nach Hause gehen #google #down

weisen bereits auf mein Argument hin. Bei ZDNet schreibt ein Leser

Enterprise gmail, applications and regular gmail is down in Los gatos CA…almost all morning, what a disaster, we run our business on it.

Ich will nicht schwarz malen. Auch sicher nicht in das Geheule der strikten Google-Gegner einstimmen. Ich bediene mich gerne der schönen neuen Google Welt. Und werde auch sicher in naher Zukunft wenig daran ändern. Google hat dazu beigetragen, dass die chaotische Internet-Welt mit ihren hundertfachen Alternativen zu welcher Anforderung auch immer, ein Stückchen einfacher geworden ist. Übersichtlicher. Das heutige Internet greift zurück auf Bewährtes, hat zuverlässige Ressourcen, Frameworks und Standards, teilweise kostenlos oder ohne Lizenz und ist bereit, von mir angepasst zu werden ohne dass ich vorher das Rad erfinden muss. Google liefert mit seinen Tools und Services feste Bestandteile dieser neuen Architektur.

Trotzdem. Ich lege eine Denkminute ein und horche @LiveSearch:

Sympathies to the Google servers. Happens to everyone. But this is why the world needs more than one search engine. #googlefail  ^betsy

Ich bin für eine Aktion. Ähnlich der “Ein ? für Blogs” Aktion vom Stylespion (ich hoffe Kai nimmt mir den kleinen Sloganklau nicht übel). Ich nenne Sie:

Ein ? für Alternativen

Und so funktionierts: Natürlich ist mir bewusst, dass es wenige konkrete, ausgereifte Alternativen zu den Apps von Google gibt. Aber mir sind zumindest einige vielversprechende Ansätze bekannt, die es mit ein wenig Support oder qualifiziertem Feedback schaffen könnten, dem großen G ein wenig Saft abzugewinnen. Oder zu ergänzen.

Suche, Mail, Statistik, Online-Office, RSS-Reader – egal. Her mit euren Ideen und ab damit in die Kommentare: Google App -> Alternative. Und gerne ein paar Zeilen, was euch daran gefällt. Wir freuen uns.

Beitrag vom 14.05.2009
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Post von Sebastian Gerhards

Sebastian arbeitet für core4 in Hannover und gehört zum Gründerteam des Clubs. Er schreibt über Online-Marketing & -Recht, Projektmanagement, Neues, Interessantes und die Perlen im Netz, die uns stolz machen ein Teil davon zu sein.

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  1. @s3bsg | 14052009 21:42

    New Post: Me, myself and the big #google #fail: http://tinyurl.com/qhctza #justmy2cents

  2. Hanta Seewald | 14052009 21:50

    Mein Haupt-Mailclient ist immer noch Outlook in Kombination mit Exchange. Davon bekommt mich auch so schnell keiner weg. Das einzige, was mich beim Google Down wirklich gestört hat, waren die zerstörten Seiten mangels Google Analytics, die den JavaScript Code nicht vor gesetzt hatten, sondern in den Header. Oder auch Seiten die “onload” wichtiges JavaScript noch ausführen wollten und auf Google gewartet hatten.

  3. Sebastian Gerhards | 14052009 21:52

    Analytics: Hässlich – das wusste ich noch gar nicht.

  4. Patrik Mayer | 15052009 12:57

    “True Story” – am Beispiel von Google sieht man mal womit ich ca. 5% meines Tages verbringe: Warten auf die per JavaScript eingebundenen Ad-Codes von Drittanbietern (doubleclick, tfag, ivwbox, etc.) auf Webseiten die ich einfach nur “sehen” will.
    Wenn man sieht was da teilweise für wilde Kappselungen von JS-in-JS-in-JS stattfinden sträuben sich mir die Haare. Google hat ja da zumindest jeweils immer nur einen Code der im Normalfall auch sehr schnell geladen ist.
    Wenn natürlich das Routing zu diesem “Schnippsel” plötzlich über Asien läuft und die ganze Welt sich durchs Nadelöhr quetschen will… (http://www.heise.de/newsticker/Stau-auf-Googles-Datenautobahn–/meldung/137889) ;)

    Ich denke google sollte über geschickte Nutzung des DNS und ARP Routing die Leute jeweils auf einem Kontinent belassen. Das wir Europäer zum Beispiel automatisch beim Aufruf von google-analytics.com in England (oder was weiß ich wo) raus kommen. Technisch kein Problem und passiert glaube auch größtenteils schon so.

    Ich bleibe weiterhin bei meinem eigenen Mailserver in Verbindung mit Apple-Mail. Zur not hab ich da auch nen WebIf wo ich von überall an meine Mails ran komme. RSS-Reader hab ich eh noch nie genutzt und ich sträube mich ja sowieso ein wenig dagegen Google meine komplette Onlineidentität in die Hände zu drücken…
    Online-Office hab ich auch noch nie gebraucht. Wenns nur ums Niederschreiben meiner geistigen Ergüsse geht tuts zur not auch nen Text-Editor.
    Analyse ist ein Argument. Da ich schon selbst ein Website-Analytics Tool geschrieben habe kann ich sagen das man um das Einbinden eines Zählpixels nicht drum rum kommt und die liegen nun mal meist auf einem anderen Server als die Webseite. Aber hey, das ist das Internet :)

    Also: “Happens to everyone.”, “Hardware lebt und sie ist böse!” und “Server sind auch nur Menschen.” ;)

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